Jägerschaft Landkreis Harburg e.V.

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Herbstveranstaltung 2014



In seiner kurzen Begrüßungsrede dankte der 1. Vors. der JLH Horst Günter Jagau den 300 Mitgliedern und Gästen für ihr Kommen. Ein hoch brisantes Thema: Die Afrikanische Schweinepest eine gemeinsame Herausforderung stand im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Referent war der Forstdirektor Hans-Gerd Doerrie vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg, also ein Experte für den Bereich Jagd, so Jagau.

Doerrie kam dann sofort auf den Punkt. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Virusinfektion, die Ursprünglich in Afrika beheimatet ist. Sie ist der Klassischen Schweinepest (KSP) in Symptomen und Verlauf sehr ähnlich. Der Erreger der ASP ist das Afrikanische Schweinepest-Virus. Das Erregerreservoir stellen vor allem Warzen- und Buschschweine sowie Lederzecken überwiegend südlich der Sahara lebend dar.

Der Erreger gelangt über das Gebrech (Maul) oder die Nase in den Rachenraum, wo er sich in den Lymphknoten ansiedelt und vermehrt. Nach 1 bis 3 Tagen gelangt das Virus in den Blutkreislauf und befällt dann die Körperorgane. Die erkrankten Tiere scheiden das Virus über Kot, Harn und Nasensekret aus und bilden somit die Ansteckungsquelle für weitere Tiere. Hier besteht eine Sterblichkeit bis zu 100%.

Von Georgien, dem mutmaßlichen Ausbruchspunkt dieser Seuche, Doerrie zeigte dazu per Lichtbild einen riesigen Müllplatz wo Abfälle aller Art entsorgt werden, breitete sich das Virus in Osteuropa aus und ist in Weißrußland, Polen, Litauen und Lettland angekommen. Hier gilt besondere Sorgfalt hinsichtlich der Hygiene nach Jagdausflügen für Jäger, die mit der Schweinezucht und Haltung beschäftigt sind.

Da Litauen  ein beliebtes Jagdreiseland ist, ist hier besondere Vorsicht geboten und der DJV  gibt allen Jägern zur Beachtung auf die Hinweise des Friedrich-Löffler-Institut (FLI).


Je früher eine Seucheneinschleppung erkannt wird, so Doerrie, kann diese dann auch schnell ausgerottet werden. Die Vorgehensweise im Seuchenfall in einem gefährdeten Bezirk, ist eine intensive Information an die Jäger, Jagdorganisationen, Landvolk und Forstämter, eine absolute Beschränkung der Jagd der Jäger ohne Kontakt zu Schweinehaltungen, einrichten von Kadaversammelstellen und Wildsammelstellen, Organisation der Fallwildsuche, einrichten eines Meldesystems, eine Fallwildlogistik etablieren und Sammeltrupps aufstellen, Untersuchung aller toten Wildscheine, keine Gesellschaftsjagden durchführen, nur Einzeljagd zur Beobachtung und Teilreduktion, ggf. Anlage von Fütterungen, ggf. Gebiete beruhigen und durchsuchen lassen und ggf. Einsatz von Wildkameras.

In den entsprechenden Pufferzonen eine intensive Bejagung durchführen durch Einzeljagd und revierübergreifende Jagden, sowie Einrichten von Großfallen.

Die Jahresstrecke Schwarzwild  2012/13 lag bei knapp 65.000 Stück in Niedersachsen. Hier heißt es weiter engagier Jagen aber waidgerecht um hochwertiges  Lebensmittel zu gewinnen.

Ein mögliches ASP Geschehen in Deutschland würde zu erheblichen Leiden bei betroffenen Tieren führen und hätte massive wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft und die nachfolgende Verarbeitungsindustrie.


           Bild: Horst Günter Jagau (links) übergibt an Forstdirektor Doerrie den Präsentkorb.



Doerrie wies zum Abschluß seiner Ausführungen doch sehr eindringlich darauf hin, daß zur Zeit kein Grund zur Sorge bestehe und, daß der beste Schutz gegen die ASP Prävention und Hygiene ist. Langanhaltender Beifall quittierte am Ende den interessanten Vortrag. Eine intensive und lebhafte Diskussion folgte. Jagau übergab danach einen Präsentkorb mit Heidespezialitäten an den Referenten Doerrie.

Nach 3 Musikstücken der Estetaler Parforcehornbläser unter der Leitung von Walter Jacob, sprach Kreisjägermeister Norbert Leben die Wildschweinproben an und da an einer Krickente in Mecklenburg-Vorpommern das hoch ansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 entdeckt wurde, sprach Leben speziell die Jäger an der Elbe an die mit Wassergeflügel zu tun haben hier Proben zu nehmen. Info-Material über die ASP wird durch das Veterinäramt Winsen an die Hegeringleiter verteilt, so Leben, sprach die neue Jagdzeitenverordnung die ab 01.10.14 in Niedersachsen gilt.

Jagau sprach zum Schluß der Veranstaltung die Umbaumaßnahmen die seit dem 3. November auf dem JLH Schrotschießstand in Garlstorf durchgeführt werden an. Es sind dies Auflagen vom Land Niedersachsen und vom Landkreis Harburg wegen der Bleibelastung. Geschätzte Kosten: ca. 400.000 €. Am 11. Dezember soll alles hergestellt sein.

Die Herbstveranstaltung endete mit der vorgetragenen Hegewaldfanfare und dem Auf Wiedersehen . Zurück