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Weniger Sicherheit durch mehr Bürokratie ist das Fazit des Deutschen Jagdverbandes nach einer Anhörung zum Waffengesetz im Bundestag. Experten von Behörden und Verbänden sehen viele Schwachpunkte, vor allem in der praktischen Umsetzung.
Vor dem Innenausschuss des Bundestages haben Sachverständige am vergangenen Montag die Kritik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und anderer Verbände am Gesetzentwurf zur Änderung des Waffengesetzes weitgehend bestätigt. Die Fragen der Abgeordneten des Innenausschusses zeigen, dass fraktionsübergreifend noch Änderungsbedarf am Entwurf gesehen wird. DJV-Vizepräsident Ralph Müller-Schallenberg: „Das Gesetz führt in erster Linie dazu, dass die Behördenmitarbeiter mit unsinnigen Überwachungsaufgaben des legalen Waffenbesitzes auf Trab gehalten werden, anstatt sich um den illegalen Waffenbesitz kümmern zu können.“ Es werde ein „Bürokratiemonster“ geschaffen, das der inneren Sicherheit eher abträglich wäre. Forum Waffenrecht und Deutscher Schützenbund haben diese Auffassung in der Anhörung bestätigt. Der Entwurf sei zu bürokratisch und für die Anwender in der Verwaltung sowie für Händler, Hersteller, Vereine und Waffenbesitzer kaum zu handhaben. Außerdem treffe er in erster Linie die Falschen und schaffe kaum einen Mehrwert für die öffentliche Sicherheit.

Gerade die Vertreter der Polizei kritisierten, dass die Regelungen zur Kennzeichnung wesentlicher Teile, zu Magazinen und Waffenverbotszonen nicht in erster Linie die treffen würden, die mit der Neuregelung anvisiert würden. Niels Heinrich von der Hamburger Innenbehörde plädierte statt der vorgesehenen Ausweitung von Waffenverbotszonen eher dafür, individuelle Waffentrageverbote anzuwenden und hierfür die bereits vorhandene Regelung auszuweiten. Sebastian Fiedler, Bundesvorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, warnte davor, dass das Waffenrecht zu komplex für einen effektiven Vollzug werden könnte. Beide Sicherheitsexperten sehen zwar punktuelle Verbesserungsmöglichkeiten im Waffenrecht, halten es aber grundsätzlich für streng genug.

Die behördlichen Experten zweifelten auch am Sicherheitsgewinn durch das geplante Verbot größerer Magazine. Sie halten die Regelung darüber hinaus für in der Praxis kaum durchführbar. Die neuen Anzeigepflichten seien schon für die technischen Sachverständigen der Polizei kaum zu erfüllen. Friedrich Gepperth, Vorsitzender des Forum Waffenrecht, kritisierte darüber hinaus, dass das Verbot in dieser Form über eine Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie weit hinausgehe. Gemäß dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen nicht nur größere Magazine verboten, sondern sämtliche Magazine erlaubnispflichtig werden. Hierbei entstünde ein enormer bürokratischer Verwaltungsaufwand. Jörg Brokamp (Deutscher Schützenbund) und andere Sachverständige kritisierten außerdem die geplante Neuregelung der Bedürfnisvoraussetzungen für Sportschützen.

Landesjägerschaft präsentiert ihre ideelle Sonderschau unter dem Motto Erlebnis Natur


Am 05. Dezember öffnet die Pferd & Jagd, eine der größten Publikumsmessen Europas für den Bereich Jagd, ihre Tore. Bis zum 08. Dezember präsentiert die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) unter dem Motto Erlebnis Natur ihre ideelle Sonderschau: Auf über 1.000 m⊃2; verwandelt sie in der Halle 20 ihre Fläche in eine aufwendig gestaltete, naturnahe Dioramenlandschaft.

Im besonderen Fokus steht in diesem Jahr die Ehrenamtsinitiative „Erlebnis Natur – Ist doch Ehrensache“, die die Landesjägerschaft als Projektträger gemeinsam mit dem Anglerverband Niedersachsen und dem Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems und in Kooperation mit dem Umweltbildungszentrum SchubZ Lüneburg und finanzieller Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung umgesetzt hat. Insgesamt 100 Jäger und Angler wurden in den vergangenen zwei Jahren nach neuesten umweltpädagogischen Standards fortgebildet und erhalten nun auf der Pferd & Jagd ihr Zertifikat. Übereicht wird dies am Samstag, 07.12. auf der großen LJN-Aktionsbühne durch Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Schirmherr der Initiative. Während der gesamten Messetage werden die neu entwickelten umweltpädagogischen Materialien und Aktionsboxen vorgestellt. Als Highlight wird erstmals auf der Pferd & Jagd einer breiten Öffentlichkeit das speziell entwickelte Entdeckermobil präsentiert – Groß und Klein sind hier eingeladen, die verschiedenen Mitmachaktionen zu entdecken und das Erlebnis Natur zu erfahren.

Aus dem Bereich der Wildtiere wird die Nutria im Mittelpunkt stehen: Diese ursprünglich aus Südamerika stammende Art ist durch die EU als invasiv eigenstuft worden, d.h. ihr Vorkommen hat Nachteile für die heimische Flora und Fauna. Ihre Ausbreitung in Niedersachsen erfolgt rasant. Das Land Niedersachsen hat ein Forschungsprojekt zu verschiedenen Fallensystemen in Auftrag gegeben, denn für eine intensive Bejagung der Nutria ist die Fangjagd absolut unerlässlich. In einem zweiten EU-Life-Forschungsprojekt sollen neue Methoden zur Prävention und Früherkennung, die Entwicklung einer Dokumentationsmethode und eines Handlungsplans zur nachweislichen Besatzreduktion erarbeitet werden. An beiden Projekten ist das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (ITAW) federführend beteiligt und wird auf der Pferd und Jagd über den aktuellen Stand informieren. Ergänzt um Ergebnisse aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE), widmet sich deren Darstellung in diesem Jahr speziell dem Thema Fallenjagd.

Passend zum neuen Messeformat „Wild genießen“ rückt die Landesjägerschaft die Vorzüge heimischen Wildbrets in den Vordergrund: Conrad Baierl, „Der wilde Metzger“, wird täglich auf der LJN-Aktionsbühne wilde Köstlichkeiten zubereiten und während der gesamten Messe am Stand der AG Junge Jäger Wildbret verarbeiten und veredeln.

Speziell an die stetig wachsende Zahl der Jägerinnen richtet sich der Auftritt des Jägerinnenforums der Landesjägerschaft: Alle Jägerinnen sind herzlich auf den Stand eingeladen, um sich über die Arbeit des Jägerinnenforums, die kommenden Veranstaltungen sowie die Möglichkeit des Mitmachens zu informieren.

Unterstützt wird die Landesjägerschaft Niedersachsen bei ihrer ideellen Sonderschau auch in diesem Jahr von verschiedenen weiteren Partnern: Die Norddeutsche Wildtierrettung e.V., die sich im Sommer dieses Jahres gegründet hat, wird über ihre Aufgaben und Ziel und natürlich das Thema Jungwildrettung informieren. Dass das Erlebnis Natur auch im eigenen Garten zum Beispiel bei Eichhörnchen und Ohrenkneifer erfahrbar ist, ist der thematische Schwerpunkt des Christian-von-Dohm-Gymnasium und der Marie-Juchasz-Förderschule (beide Langelsheim/Goslar).

Auf der Aktionsbühne der Landesjägerschaft sorgen Jagdhornbläsergruppen aus allen Teilen Niedersachsens sowie die Präsentation verschiedener Jagdhunderassen und Greifvögel für abwechslungsreiche Unterhaltung. Die Eventfalknerei GmbH präsentiert täglich Flugshows, bei der diese erhabenen Tiere dem Publikum ihre Flugkünste präsentieren und so die Faszination der Greifvögel hautnah erlebbar machen.

Birkwild in Niedersachsen

Das Birkwild war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine Charakterart der norddeutschen Moore und Heiden. Heute verfügt Niedersachsen mit einer Restpopulation von nur noch 130 Birkhühnern im Großraum der Lüneburger Heide über eines der letzten autochthonen Vorkommen in Mitteleuropa. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) fordert alle Beteiligten auf, mehr Anstrengungen zum Schutz und Erhalt dieser Leitart der Lüneburger Heide zu unternehmen.

Das niedersächsische Vorkommen selbst ist aktuell in fünf größere Teilpopulation zersplittert. Es verteilt sich in erster Linie auf Areale im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, dem Testgelände der Firma Rheinmetall und den großen Truppenübungsplätzen Munster und Bergen. Neben einem bedeutenden Vorkommen in den bayerischen Alpen, repräsentiert die norddeutsche Flachlandpopulation nach Expertenschätzungen etwa 20 Prozent des deutschen Gesamtbestandes der Birkhühner: „Damit wird die Verantwortung Niedersachsens für den Bestands- und Arealerhalt der Art deutlich. Für das bundesweite Vorkommen kommt dem Birkwild in Niedersachsen eine besondere Bedeutung zu“, so Dr. Egbert Strauß, Wildbiologe der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. und Birkhuhnexperte.

Nach einer zwischenzeitlichen Erholung der Bestände in Niedersachsen auf 260 Birkhühner bis zum Jahr 2011 gingen Experten von guten Chancen des langfristigen Erhalts der niedersächsischen Population aus. Nach dem erneuten Zusammenbruch des Vorkommens bis zum Jahr 2019 auf nur noch 130 Tiere, ist ein mögliches Auslöschen dieser Population allerdings wahrscheinlich.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen erwartet daher vom Land Niedersachsen seine Anstrengungen zum Schutz und Erhalt des niedersächsischen Birkwildes zu intensivieren. Auch die Landkreise, in denen das niedersächsische Birkwildvorkommen liegt, sind gefordert: Die Zusammenarbeit muss intensiviert werden und Verfahrensabläufe flexibilisiert werden. Die Umsetzung von Maßnahmen, sei es wissenschaftliche Begleitforschung, praktische Habitatverbesserung oder die Bejagung der Beutegreifer darf nicht an Kreisgrenzen enden. Insbesondere gilt es die Abstimmung von Maßnahmen durch die zuständigen Behörden zu vereinfachen und zu beschleunigen – auch hier könnte das Land koordinierend wirken.

Das Birkwild ist wie der Wolf eine FFH-Art und genießt denselben Schutzstatus. Das Land Niedersachsen hat gegenüber EU und Deutschland die Verpflichtung, Lebensräume und Population der Birkhühner zu erhalten und Maßnahmen die Überleben und Vermehrung im Verbreitungsgebiet sicherstellen zu treffen. „Essentiell sind jetzt kurzfristige Maßnahmen, die einen weiteren Rückgang verhindern helfen. Bleiben dieses aus, wird es diese faszinierende Tierart schwer haben“, so Strauß abschließend.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen fördert und finanziert seit über 40 Jahren verschiedene Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Birkhuhnpopulation. Viele von diesen, wie etwa das Forschungsprojekt des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) zum Birkhuhn oder das Artenschutzprojekt zum Birkhuhn des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) werden aus Jagdabgabemitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Angesichts der anhaltend negativen Bestandsentwicklungen wird aber deutlich, dass auch andere Akteure ihr Engagement weiter intensivieren müssen, um den Erhalt dieser faszinierenden Tierart sicherzustellen.

Schießstand Garlstorf

Termine

12.12.2019: weitere Belehrung für Aufsichten mit Jagdschein [mehr]

18.01.2020: Revierübergreifende Hegejagd, Elbmarsch

28.01.2020: JAGD & HUND 2020 28.01. - 02.02.2020 [mehr]

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